Archiv für Oktober 2013

Überstunden- Wie viel ist erlaubt?

Unter Überstunden bzw. Mehrarbeit versteht man die geleistete Arbeit eines Arbeitnehmers, die über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinausgeht.

Sie kann vergütet oder als Freizeit abgegolten werden. Möglich ist es jedoch auch, dass der Arbeitnehmer für seine zusätzlich geleistete Arbeit keinerlei Vergütung erhält.

Wann sind Überstunden erlaubt?

Es ist dem Arbeitgeber nicht erlaubt, seine Belegschaft ohne triftigen Grund zur Mehrarbeit antreten zu lassen. So müssen schon plausible Gründe wie z.B. die Erkrankung mehrerer Arbeitnehmer zur gleichen Zeit oder eine außergewöhnlich gute Auftragslage für den Überstundenbedarf herangezogen werden.
Ist dies der Fall, können sich wiederum die Arbeitnehmer nur bei einem vorzuweisenden triftigen Grund vor der Mehrarbeit „drücken“. Zu diesen Gründen gehört in der Regel z.B. eine lang geplante Hochzeit

Doch wie viele Überstunden sind erlaubt?

Im Allgemeinen gilt, dass Überstunden so lange angeordnet werden können, wie es für die Arbeitnehmer „zumutbar“ ist, und dass die gesetzlich festgelegte Höchstarbeitszeit nicht überschritten werden darf. „Zumutbar“ ist die Leistung von Überstunden immer dann, wenn diese Zusatzleistung vom Arbeitgeber nur über einen gewissen, vorübergehenden Zeitraum angeordnet wird.

Die Höchstarbeitszeit ist im Arbeitszeitgesetz festgelegt, wonach eine tägliche Arbeitszeit (Sonntag ausgenommen) von 8 Stunden nicht überschritten werden darf.

Ausnahmen können Tage mit bis zu 10 Arbeitsstunden bilden, wenn dennoch im Durchschnitt pro Halbjahr die Anzahl von 8 Arbeitsstunden pro Tag nicht überschritten wird.

Liegt ein Tarifvertrag vor, gelten die bisher genannten Regelungen nicht, sodass ein Arbeitstag für Arbeitnehmer auch über 10 Stunden lang sein kann. Voraussetzung dafür ist, dass der Arbeitnehmer z.B. bei einem Teil seiner Arbeitszeit „nur“ in Bereitschaft ist oder dass diese Sonderregelung nur über einen beschränkten Zeitraum von höchstens 60 Tagen gültig ist.

 

mehr Infos auf www.job-hotel.eu

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist definitiv kein Kavaliersdelikt!

Sexuelle Belästigungen sind leider keine Seltenheit. Eine Studie im Auftrag der Europäischen Kommission ergab, dass ca. jede zweite Frau und jeder zehnte Mann während ihres Berufslebens sexuell belästigt werden.

Früher wurden diese Belästigungen als Kaverliersdelikt abgetan, welches besonders durch das damalige antiquierte Frauenbild in der Gesellschaft unterstützt wurde. Erst 1994 wurden erste Maßnahmen seitens des Arbeitgebers durch das „Gesetz zum Schutze der Beschäftigten vor sexueller Belästigung“ ergriffen.

Das Gesetz definiert sexuelle Belästigung als “ jedes vorsätzliches sexuelles Verhalten, das die Würde von Beschäftigten am Arbeitsplatz verletzt“. Dazu gehören folgende Tatbestände:

  • alle sexuellen Handlungen und Verhaltensweisen, die schon im Strafgesetzbuch unter Strafe gestellt sind
  • Handlungen mit sexuellem Inhalt, die im Strafgesetzbuch auch unter den Auffangtatbestand der Beleidigungen fallen sowie
  • Bemerkungen mit sexuellen Inhalts, die vom Belästigten deutlich abgelehnt werden
  • Belästigungen durch Anbringen von pornographischen Darstellungen, die auf deutliche Ablehnung des Belästigten stoßen

Viele Opfer scheuen die Meldung von sexuellen Belästigungen! Das ist falsch!

Opfer sind meistens Frauen mit geringem Rückhalt ( sozial gering integriert ) sowie mit einem hohen Abhängigkeitsverhältnis. Aus Scham und Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes werden Vorfälle von sexueller Belästigung toleriert und verschwiegen. Folgen sind Schamgefühle, Angstzustände, Schlafstörungen, Alpträume, Essstörungen bis hin zur Arbeitsunfähigkeit.

Auch wird die sexuelle Belästigung als gezieltes Mittel zur Diskriminierung, Demütigung und Machtausübung eingesetzt. Nicht selten geschieht dies bei einem erhöhten Konkurrenzdruck zwischen zwei Geschlechtern.

 

mehr Infos auf www.job-hotel.eu